Der Ruf der Klingen von Brandon Sanderson

Die Völker von Roschar stehen vor der größten Bedrohung seit vielen Tausend Jahren. Eine neue Wüstwerdung droht, die völlige Zerstörung des ganzen Kontinents durch einen gewaltigen magischen Sturm. Hervorgerufen wurde dieser Sturm durch die Parschendi, eines der Völker, das bislang von allen anderen unterdrückt und versklavt wurde. Nun sind sie erwacht und trachten danach, ihre Ketten abzuwerfen. Sie sammeln sich bereits zu einer großen Streitmacht, um im Gefolge des Sturms ganz Roschar mit Krieg zu überziehen und Rache für ihr jahrtausendelanges Leid zu suchen. Einzig Kaladin, der Sturmgesegnete, und seine Getreuen können sich den Bringern der Leere entgegenstellen. Mit ihren neuentdeckten Kräften haben sie die sagenumwobenen Ritterorden neu gegründet, und neue Hoffnung keimt in den Herzen der Menschen auf. Doch je mehr Kaladin über die Parschendi erfährt, umso größer sind seine Zweifel. Welches Volk kann von sich behaupten, der wahren Gerechtigkeit zu dienen – und wer steckt wirklich hinter dem Bösen, das ganz Roschar zu überschatten droht?
Endlich geht es weiter mit Kaladin, Dalinar und Schallan. Man kennt sie ja schon aus den ersten Bänden und bis jetzt bin ich ihnen auch wirklich sehr gerne gefolgt. So auch dieses mal. Im Vordergrund steht wieder Kaladin der für mich in allen Bänden ein liebgewordener Held geworden ist. Ich verfolge seine Entwicklung mit großem Spaß, ich mag den Charakter einfach. Er hat es nie richtig leicht, bleibt dabei aber ein toller Kerl. In diesem Band  hat er wieder eine größere Aufgabe die ihn vor den großen Sturm hertreibt. Er muss die Leute warnen und gleichzeitig auch Dalinars Interessen wahren. Ich fand das gerade seine Geschichte, das Buch für mich zu etwas besonderen gemacht hat. Die Beschreibung schon mal wenn er sich in den Sturmgesegneten Ritter verwandelt gefällt mir gut.

Aber auch die anderen Charaktere machen wieder Spaß zu lesen. War Schallan in den ersten Büchern noch etwas ruhiger und eher schüchtern, so ist sie inzwischen merklich aus diesem Schattendasein herausgetreten und stellt sich auch gerne mal in den Vordergrund. Alleine die Szene mit der Magie und der Karte bei Dalinar fand ich superklasse. Mehr mag ich hier aber auch nicht verraten, den Spoilern ist nicht drin. Dalinar selber versucht sein bestes alle Menschen die noch kämpfen können zu einen und die anderen zu schützen.

zur Handlung selber. ja, es ist streckenweise ein klein wenig langatmig weil es einem so vorkommt als würde nicht viel aufregendes passieren. Aber ich konnte trotzdem genug herauslesen um gut unterhalten worden zu sein. Ich mag die vielen Verstrickungen die Herr Sanderson meisterlich einbaut. Das treffen mit alten Figuren und das spürbare zusammenbrauen einer Katastrophe die im nächsten Band wohl mit voller Härte auf alle herniedergehen wird.

Der Schreibstil ist auch hier wieder sehr schön bildhaft und man kann beim Lesen wunderbar in die tolle Welt um Roschar eintauchen. Die Charaktere sind mit liebevoller Tiefe erschaffen worden und man hat beim Lesen die Figuren deutlich vor Augen.

Auch in diesem Band hat Herr Sanderson wieder alles richtig gemacht. Es gibt eine Menge an Spannung, ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren und eine interessante Handlung. Stellenweise hat das Buch zwar zu Beginn ein paar Längen, aber das hat mir persönlich nicht den Spaß am Lesen genommen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.

 

Play to Live von Dmitry Rus

Die nahe Zukunft: In Russland entschließen sich immer mehr Menschen, der Wirklichkeit den Rücken zu kehren. Sie klinken sich in Virtual-Reality-Games ein, in denen sie von nun an ein digitales ewiges Leben haben. Max ist so ein Perma-Player, und zunächst ist es das Paradies. Doch schon bald dämmert den Playern, dass die Regierungen der alten Wirklichkeit ihre Augen auf die Ressourcen und Möglichkeiten der Game-Welten geworfen haben und dafür über Leichen gehen. Max und seine Mitstreiter müssen als Clan zusammenhalten – oder sterben.
Endlich konnte ich den zweiten Teil lesen. Der erste war ja schon richtig Top. Ich hab ihn in einem Zug durchgelesen. Diesen hier ereilte das gleiche Schicksal.
Es geht spannend weiter. Max hat sich inzwischen gut in seiner virtuellen Welt eingelebt und viele Freunde gefunden. Leider aber nicht nur solche, denn inzwischen hat er durch einige seiner Taten und Entscheidungen auch Feinde. Diese hatten Max gefangen genommen und nur durch besondere Hilfe entkam er ihnen. Jetzt will Max Rache üben. Der Clan der Katzen sol dafür bezahlen. So startet der zweite Band und Max`Abenteuer geht weiter.

Ich war sofort wieder in der tollen Geschichte drin und von Max und seiner Geschichte fasziniert. Natürlich kommen auch hier wieder viele Ausdrücke aus der Gamerwelt zum Einsatz, aber gerade das gefällt mir als Spielerin natürlich ungemein und ich wusste natürlich immer was gemeint war. Für Leute die nicht aus der Gamerszene stammen gibt es aber hinten im Buch ein MMORPG – Glossar in dem die Begriffe erklärt werden. Diese sind natürlich wichtig, um ganz genau zu wissen was die einzelnen Dinge für Max und Co für Auswirkungen haben.

Im ersten Band mochte ich Max ja schon gerne. Da war er mir noch ein wenig zu nervig, weil da seine Freundin nur als seine persönliche Bespaßerin dargestellt wurde. Hier ist es zum Glück besser. Das Ganze rückt ein wenig mehr in den Hintergrund. Toll fand ich zum Bespiel wie sich Max um seinen Clan kümmert. Er übernimmt Verantwortung und sorgt sich nebenbei auch um seine Mutter, die in Gefahr schwebt.
Die Handlung ist dieses Mal ein wenig ernster gestrickt. Max muss mit den Auswirkungen seines Erfolges, Neid und Missgunst und getroffenen Entscheidungen kämpfen die direkten Einfluss auf seine Spiele- sowie auch die reale Welt haben. Dazu kommt, das die Verantwortlichen von AfterWorld die Kontrolle über ihr System zu verlieren scheinen. Es wird spannend. Und dank des leserlichen Schreibstils des Autors konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Auch der zweite Band konnte mich wieder vollkommen überzeugen und in seinen Bann ziehen. Es wird spannend das sich nun um Max herum alles zuspitzt, Entscheidungen müssen getroffen werden um geliebte Menschen im realen und virtuellen Leben zu schützen und viel mehr. Eingebettet in einer interessanten Welt und garniert mit tollen Charakteren, macht das Buch Spaß zu lesen.

Der Outsider von Stephen King


Im Stadtpark von Flint City wird die geschändete Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Augenzeugenberichte und Tatortspuren deuten unmissverständlich auf einen unbescholtenen Bürger: Terry Maitland, ein allseits beliebter Englischlehrer, zudem Coach der Jugendbaseballmannschaft, verheiratet, zwei kleine Töchter. Detective Ralph Anderson, dessen Sohn von Maitland trainiert wurde, ordnet eine sofortige Festnahme an, die in aller Öffentlichkeit stattfindet. Der Verdächtige kann zwar ein Alibi vorweisen, aber Anderson und der Staatsanwalt verfügen nach der Obduktion über eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen – ein wasserdichter Fall also?
Anders als ich es vom Meister des Horrors bisher gewöhnt bin, aber auch wirklich richtig angenehm anders.

Alles beginnt mit dem Ende. Oder besser gesagt mit dem schrecklichen Verbrechen an einem gerade mal elfjährigen Jungen. Der Täter ist schnell gefunden und ja, die Beweise sprechen allerdings auch eine sehr deutliche Sprache. Bis dahin liest sich Outsider auch wie ein richtiger Krimi/Thriller. Es wird nach Beweisen gesucht, die Spuren untersucht und man bekommt als Leser eine Menge Polizeiarbeit mit. Das jedoch ohne das es je langweilig werden würde. Im Gegenteil, ich war so gepackt, das ich das Buch auch gleich an zwei Abenden durchgelesen habe. Dabei sind es auch dieses Mal wieder die Charaktere die Mr. King wieder so einzigartig und interessant gestaltet hat, das sie einem wie Bekannte vorkommen.
Allen voran die Hauptfigur Ralph Anderson, einen Polizeibeamten. bzw. den Beamten der Coach T mit festgenommen hat.

Zu Buchbeginn ist er eher der Polizist wie man ihn aus diversen Serien kennt. Er ist pflichtbewusst, realistisch und glaubt fest an das was er tut und was er sieht. Das sich seine Sicht der dinge noch ändern wird, passiert zwangsläufig, denn Stephen King hat keinen Krimi geschrieben. Es ist viel mehr. Und ja, aus dem anfangs so klaren Fall wird immer mehr das was einer Horrorstory gleicht. Schleichend gesellt sich der Part dazu der dem Leser bei den meisten King Romanen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Es ist dieses unaussprechlich mysteriöse das plötzlich auftaucht und für das es keine besondere Erklärung zu geben scheint.

Ich muss ehrlich gestehen das ich nach Sleeping Beauties nicht so Recht wusste ob mir der Outsider gefallen würde, aber das tut er. Ich bin gerade noch ziemlich beeindruckt von der ganzen Handlung, die mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte. Wieder hat mich Herr King mit seiner besonderen Art eine Geschichte zu schreiben beeindruckt. Und während in seinen anderen Geschichten das Grauen langsam in den Alltag unbescholtener Bürger einbricht, so hat es mich schon von der ersten Seite an gepackt. Ich spürte einfach das da noch mehr war, und so war es auch.
Ich bin froh dem Buch eine Chance gegeben zu haben. Dieser King hat mir wieder sehr gut gefallen. Der Anfang ist schockierend, man fühlt sich als würde man einen Thriller lesen nur um dann wieder vollkommen überrascht zu werden.  King versteht es einfach meisterhaft mit Worten und überraschenden Wendungen ein Buch zu erschaffen, das einem beim Lesen wachhält. Für mich ist der der Outsider ein echter Lesegenuß gewesen.

Im Turm von Josiah Bancroft

Der Turm von Babel ist das gewaltigste Bauwerk des Seidenen Zeitalters: er ragt so hoch in die Wolken hinein, dass niemand weiß, wo er endet; in seinem Inneren gibt es ganze Königreiche und unzählige Labyrinthe voller geheimnisvoller Kreaturen und tödlicher Gefahren. Eigentlich wollte der furchtsame Thomas Senlin nur einen kurzen Blick auf dieses Weltwunder werfen und dann weiterreisen. »Falls wir uns in der Menschenmenge verlieren, treffen wir uns auf der Spitze des Turmes wieder«, sagt seine frisch angetraute Frau Marya noch kokett zu ihm, kurz darauf ist sie tatsächlich spurlos verschwunden. Senlin bleibt keine Wahl: Er muss rein in den Turm und rauf auf die Spitze, wenn er seine Frau wiederfinden will. Das Abenteuer beginnt.
Mhh ja da war ich ein wenig Zwiegespalten und wollte das Buch eigentlich schon aufgeben und zur Seite legen. Aber…zum Glück hab ich das nicht getan.
Ich gebe es zu, ich tat mich sehr schwer mit dem Anfang. Er wirkte auf mich so langatmig, der Protagonist war für mich ein, sorry Leute, Waschlappen und ich war ein wenig gelangweilt wegen der langatmigen Beschreibungen. Ich hab wirklich mit mir gekämpft und wollte zum ersten mal ein Buch abbrechen. Aber was für ein Glück das ich das nicht getan habe, denn nachdem Thomas von seiner Frau getrennt worden war. Blühte er langsam auf, wurde interessant und auch die Handlung konnte mich endlich an das Buch fesseln.
Diese ist auf den ersten Seiten mehr oder weniger sanft dahingeplätschert, wurde dann aber bereits vor dem Turm schon interessant. Ich kann es euch nicht verraten aber das war dann auch der Punkt, an dem ich neugierig wurde. Danach ging es in den Turm und ab da war ich als Leserin fasziniert.


Diese Welt die in diesem Turm vorherrscht mit all ihren Regeln, komischen Figuren und diesem schrecklichem Theaterspiel hat mich so richtig wach gehalten. Plötzlich konnte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Auch mein Leserverhältniss zu Thomas „Tom“ wurde von Seite zu Seite besser. War er zu Beginn eher verklemmt so wurde er immer offener, mutiger und hat sich zu einem richtigen Mann gemausert. Die Rückblenden die Tom`s Leben ein wenig näher beleuchteten haben das wirklich gut beleuchtet. Auch wenn mich bei diesem Buch irgendwie das Setting einen Hauch mehr als die Protagonisten bezaubert hat. Die Idee hinter der Sache, das es in diesem Turm die verschiedensten Abschnitte gibt an denen die verwunderlichsten und auch teilweise grausame Dinge geschehen, hat mir gefallen.

Also man sollte dem Buch wirklich eine Chance geben, es ist nicht so einfach gleich in die Geschichte reinzutauchen. Aber es wird wirklich besser. Für mich persönlich war die Hauptfigur am Anfang echt unerträglich lahm, das hat sich aber geändert und letztendlich hat gerade diese Unbeholfenheit des Charakters dem Ganzen einen leichten Kick gegeben. Es wird durchaus spannend, es treten interessante Nebencharaktere auf und die Ideen zB. das Bierkarusell, sind schon wirklich klasse. Ich bin echt gespannt wie sich der nächste Band der Reihe machen wird. Der erste hat mir mit ein paar kleinen Einschränkungen nämlich gut gefallen.

Empire of Storms – Schwur der Kriegerin von Jon Skovron

Das Imperium der Stürme ist in Aufruhr, der Imperator ist schwach und die Biomanten – mächtige Zauberer, die Menschen mit einem Wimpernschlag töten – haben mehr und mehr an Einfluss gewonnen. Der ehemalige Straßendieb Red, inzwischen Spion der kaiserlichen Familie, soll dafür sorgen, dass die Biomanten gestürzt werden. Damit die Mission gelingt, braucht er die Hilfe seiner ersten großen Liebe, der Vinchen-Kriegerin Hope. Doch Hope hat ihr Schwert niedergelegt und geschworen, nie wieder eine Klinge zu führen. Und der Schwur eines Vinchen ist härter als Stahl und währt ewiger als ein Kaiserreich.
Leider schon der letzte Teil der Reihe. Ich werde Red, Hope und Co sehr vermissen. Wirklich.
Ich weiß gerade gar nicht wo ich anfangen soll, das Buch hat mich mal wieder total in seinen Bann gezogen. Es beginnt ein wenig düster, den es geht ein unheimlicher Schattendämon um. Und Hope ist auf der Spur ihrer Vergangenheit. Alles wirkt ein wenig düster und man könnte denken das es in diesem Buch der Reihe dieses mal ein wenig ruhiger und weniger humorvoll zu geht. Aber weit gefehlt. Die locker-saloppe Umgangssprache der Figuren im Buch ist einfach immer wieder ein Highlight. Ich musste echt lachen als einer meinte „mein Kerl“ hat das gehen.  Schon mal diese witzige Sprache hat seinen besonderen Reiz und ich wollte gar nicht mehr zu lesen aufhören. 

Spannend wird die Handlung vorangetrieben und noch offene Fragen werden auch beantwortet. Dabei hat der Leser noch das Vergnügen die geliebten Protagonisten und Nebenfiguren noch einmal in Action zu erleben. Ich mag Red zum Beispiel sehr gerne. Er ist kein Charakter wie ich ihn vorher gekannt habe. Er ist ungewöhnlich, das liegt auch an seinem besonderen Aussehen. Trotzdem ist er mir durchweg sympatisch und ich mag seinen Humor. Und dieser Humor ist auch das was meiner Meinung nach das Buch zu etwas besonderem macht. Auch wenn es noch so schlimm wird, und das wird es oft mal, behält der Autor seinen schmunzelnden und charmanten Erzählton bei.

Auch die vielen Nebencharaktere machen das Buch für mich zu einem Lesegenuss. Ich mochte neben den Hauptcharaktere auch Jilly und Briga Lin. Beide gehören für mich zu den lieb gewonnenen Figuren von denen ich mich nur ungern verabschiede. Alle Figuren sind in der Geschichte gereift und gewachsen, das machte wirklich Spaß mitzubekommen.
Ich will nicht spoilern, aber auch das Ende fand ich passend.

Ein toller Abschlussband der noch einmal alles aufgefahren hat was so ging; Spannung und Action, eine Menge Humor, der witzige Sprachstil und tolle Charaktere die ich jetzt schon vermisse.