Priester- Das Zeitalter der Fünf von Trudi Canavan

Die junge Auraya ist auserwählt, eine Priesterin der Weißen zu werden. Doch für diese Ehre muss sie alles hinter sich lassen, was ihr lieb und teuer ist: ihre Heimat, ihre Familie – und Leiard, den Traumweber. Dabei könnte sie gerade seine Hilfe dringend gebrauchen. Denn geheimnisvolle, schwarz gekleidete Zauberer sind ausgeschwärmt – und verfolgen anscheinend nur ein Ziel: die totale Auslöschung des Weißen Ordens.
Zugegeben ich kenne von der Autorin schon die Gilde der schwarzen Magier- Reihe und fühlte mich zu Beginn ein klein wenig an Sonea erinnert. Es wurde aber ziemlich schnell klar, das diese Geschichte ganz anders ist. Auraya hat mir dabei wirklich gut gefallen. Ich mag ja Bücher mit Heldinnen die eine gewisse Stärke in sich haben. Dazu kommt ihr Haustierchen das ich auch gleich ins Herz geschlossen habe und das mir des öfteren ein Lächeln entlockt hat.

Wer die Gilde der schwarzen Magier kennt, hat hier auch keine Problem mit den zahlreichen Schauplätzen und Figuren die in diesem Werk vorkommen. Es geht manchmal schon etwas wirr zu, aber man verliert beim Lesen nie den Faden. Auraya ist eine Heldin die ich als Leserin gleich mochte und ich habe das eine oder andere mal mit ihr gebangt und gelitten. Aber auch die ganzen anderen Charaktere überraschen mit ihren Eigenheiten.

Und nicht nur hier hat sich die Autorin Mühe gegeben etwas neues und eigenes zu erschaffen. Flora und Fauna wurde von ihr teilweise neu erfunden und / oder mit neuen Namen versehen. Das bringt zusätzlich Schwung in das Setting und macht dem Leser Spaß die Welt mit ihren verschiedenen Völkern und Kulturen zu erkunden. Eingehüllt in die Welt in der es auch Magie gibt, wurde mir das Lesen nie langweilig. Es gab zwar mitunter mal ein paar langatmige Strecken, aber die hielten sich in Grenzen.

Zum Schreibstil kann ich nur sagen das Frau Canavan es drauf hat mit ihren Worten tolle Welten entstehen zu lassen. Die Sätze sind leicht und flüssig zu lesen und auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Man kann sich alles einfach wunderbar vorstellen.

Für mich ist „Priester“ ein gelungener Auftakt der Buchreihe. Ich mag die Charaktere und die tolle Welt. Dazu kommt das mich die Handlung mit ihren Wendungen und Überraschungen echt begeistern konnte. Für Fantasy Fans sicher ein Griff Wert.

 

Der Ruf der Klingen von Brandon Sanderson

Die Völker von Roschar stehen vor der größten Bedrohung seit vielen Tausend Jahren. Eine neue Wüstwerdung droht, die völlige Zerstörung des ganzen Kontinents durch einen gewaltigen magischen Sturm. Hervorgerufen wurde dieser Sturm durch die Parschendi, eines der Völker, das bislang von allen anderen unterdrückt und versklavt wurde. Nun sind sie erwacht und trachten danach, ihre Ketten abzuwerfen. Sie sammeln sich bereits zu einer großen Streitmacht, um im Gefolge des Sturms ganz Roschar mit Krieg zu überziehen und Rache für ihr jahrtausendelanges Leid zu suchen. Einzig Kaladin, der Sturmgesegnete, und seine Getreuen können sich den Bringern der Leere entgegenstellen. Mit ihren neuentdeckten Kräften haben sie die sagenumwobenen Ritterorden neu gegründet, und neue Hoffnung keimt in den Herzen der Menschen auf. Doch je mehr Kaladin über die Parschendi erfährt, umso größer sind seine Zweifel. Welches Volk kann von sich behaupten, der wahren Gerechtigkeit zu dienen – und wer steckt wirklich hinter dem Bösen, das ganz Roschar zu überschatten droht?
Endlich geht es weiter mit Kaladin, Dalinar und Schallan. Man kennt sie ja schon aus den ersten Bänden und bis jetzt bin ich ihnen auch wirklich sehr gerne gefolgt. So auch dieses mal. Im Vordergrund steht wieder Kaladin der für mich in allen Bänden ein liebgewordener Held geworden ist. Ich verfolge seine Entwicklung mit großem Spaß, ich mag den Charakter einfach. Er hat es nie richtig leicht, bleibt dabei aber ein toller Kerl. In diesem Band  hat er wieder eine größere Aufgabe die ihn vor den großen Sturm hertreibt. Er muss die Leute warnen und gleichzeitig auch Dalinars Interessen wahren. Ich fand das gerade seine Geschichte, das Buch für mich zu etwas besonderen gemacht hat. Die Beschreibung schon mal wenn er sich in den Sturmgesegneten Ritter verwandelt gefällt mir gut.

Aber auch die anderen Charaktere machen wieder Spaß zu lesen. War Schallan in den ersten Büchern noch etwas ruhiger und eher schüchtern, so ist sie inzwischen merklich aus diesem Schattendasein herausgetreten und stellt sich auch gerne mal in den Vordergrund. Alleine die Szene mit der Magie und der Karte bei Dalinar fand ich superklasse. Mehr mag ich hier aber auch nicht verraten, den Spoilern ist nicht drin. Dalinar selber versucht sein bestes alle Menschen die noch kämpfen können zu einen und die anderen zu schützen.

zur Handlung selber. ja, es ist streckenweise ein klein wenig langatmig weil es einem so vorkommt als würde nicht viel aufregendes passieren. Aber ich konnte trotzdem genug herauslesen um gut unterhalten worden zu sein. Ich mag die vielen Verstrickungen die Herr Sanderson meisterlich einbaut. Das treffen mit alten Figuren und das spürbare zusammenbrauen einer Katastrophe die im nächsten Band wohl mit voller Härte auf alle herniedergehen wird.

Der Schreibstil ist auch hier wieder sehr schön bildhaft und man kann beim Lesen wunderbar in die tolle Welt um Roschar eintauchen. Die Charaktere sind mit liebevoller Tiefe erschaffen worden und man hat beim Lesen die Figuren deutlich vor Augen.

Auch in diesem Band hat Herr Sanderson wieder alles richtig gemacht. Es gibt eine Menge an Spannung, ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren und eine interessante Handlung. Stellenweise hat das Buch zwar zu Beginn ein paar Längen, aber das hat mir persönlich nicht den Spaß am Lesen genommen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.

 

Prophet der sechs Provinzen von Robin Hobb

Fitz Weitseher hat Prinz Pflichtgetreu befreit und ist mit ihm nach Bocksburg zurückgekehrt. Nun steht der Heirat des Prinzen mit Prinzessin Elliania von den Roten Korsaren scheinbar nichts mehr im Weg. Doch die Anspannung im Volk der Sechs Provinzen und der Widerstand der Adligen wächst stetig, und selbst Bocksburg ist nicht mehr sicher. Widerstrebend willigt Fitz ein, den Prinzen zu beschützen und ihn in der Gabe zu unterrichten. Da trifft er auf einen Anwender dieser magischen Fähigkeit, der sie weit effektiver als er selbst einzusetzen vermag; von dem niemand wusste – und der Haus Weitseher zu Grunde richten könnte
Gleich vorneweg: Ich LIEBE diese Buchreihe. Warum verrate ich sofort:

Es ist jedesmal wie ein heimkommen wenn man ein Robin Hoob Buch der Reihe aufschlägt. Als wäre man nie weggewesen kommt man schnell wieder in die Geschichte rein und will nicht mehr zu lesen aufhören. Man bekommt eine wunderschöne Fantasywelt voller toller Figuren, die einem immer mehr ans Herz wachsen. Bei mir ist es Fitz, den ich schon seit dem Chroniken begleite und den ich sehr gerne als Charakter mag. Man sieht ihn über die Bücher hinweg aufwachsen und lebt, liebt und leidet mit ihm. Was mich so begeistert ist, das man ihn durch sein Leben begleitet.

In diesem Band werden die Intrigen auf dem Bocksberg schlimmer und einiges scheint sich immer mehr zuzuspitzen. Das Verhältnis zwischen Fitz und dem Narren hat sich auch verschlechtert und droht fast zu eskalieren. Trotzdem ist auch der Narr neben Fitz einer meiner absoluten Lieblingsfiguren. Die Szenen mit den beiden sind einfach unglaublich toll. Das gilt im übrigen auch für alle anderen Charaktere. Denn die Autorin hat jeder Figur ein eigenes Leben eingehaucht.  Den einen mag man mehr, die andere weniger gerne. Aber wie auch immer, man bekommt eine Menge an Vielfalt geboten.

Dazu kommen viele neue Wandlungen und neue Handlungsstränge die Frau Hobb gewohnt kunstvoll in die Geschichte einwebt. Manchmal muss man wirklich gut mitlesen um „zwischen den Zeilen“ lesen zu können. Alleine die Tatsache das Fitz seinen Sohn gerettet hat und ihn nun mit der Gabe vertraut machen muss, ist schon wirklich lesenswert. Aber das ist längst nicht alles. Auch die kleinen Dinge wie zum Beispiel als Burrich kurz wieder auftaucht oder die Nachtaugen-Szenen. Mehr will ich eigentlich gar nicht verraten, es gibt soviel mehr zu entdecken und zu lesen. Und auch wenn es manchmal ein wenig länger beschrieben ist, das ist mir als Fantasyfan komplett egal. Wenn mich eine Geschichte so packt wie die um Fitz, dann kann es auch auf 2000 Seiten stehen.

Zum Schreibstil kann ich mich auch nur wiederholen. Frau Hobb mal mit Worten Bilder und erschafft Charaktere die einem ans Herz wachsen. Die Handlung ist komplex und voller Wendungen. Es gibt Intrigen, Trauer, Liebe, Streit und Verluste- alles eingebettet in einer wunderschön gezeichneten Fantasywelt. Die Charaktere haben alle eine Eigenheit so das man sie nicht so schnell wieder vergessen wird. Bei mir sind es der Narr und Fitz, denen mein Herz gehört.

Ich liebe diese Buchreihe. Alles davon. Man sagt ja das die Magie in den Seiten liegt und hier stimmt es. Ich bin verzaubert von dem tollen Setting und den tollen Charakteren. Die Handlung ist genauso wie ich sie mir wünsche und ich würde dieses Buch ohne weiteres Fantasylesern empfehlen.

 

 

Wolfsthron: Under the Northern Sky 1 von Leo Carew

In Albion zerbricht der jahrhundertealte Frieden, als die Heerscharen des Südens im rauen Reich des Nordens einfallen. Der junge Roper, Sohn des Hauses Silberner Wolf und Thronerbe des Nordens, steht vor seiner ersten Schlacht – und sieht sich schon bald von Feinden umzingelt. Denn nicht nur will die Königin des Südens sein Volk auslöschen, auch mächtige Feinde im Inneren greifen nach dem Thron. Ropers einzige Chance ist eine Allianz mit der schönen Keturah, Tochter des mächtigen Hauses Vidarr. Doch seine Gegner planen bereits den nächsten Schachzug – mit nur einem Ziel: Das Heulen des Silbernen Wolfes soll für immer verklingen.
Mein Fantasy Jahres Highlight 2018.
Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen. Es war so spannend das ich immer weiterlesen musste. Die Geschichte um Romper hat mich sofort in ihren Bann geschlagen. Romper ist erst neunzehn als ihm das Schicksal einen üblen Dämpfer versetzt. Sein Vater stirbt und Romper, als sein Nachfolger soll an seine Stelle treten. Das ist jedoch weniger leicht als er denkt, denn schon seine erste Entscheidung hat schlimme Konsequenzen. Da bleibt Romper nur die Flucht nach vorne oder aufzugeben, aber das tut der junge Mann nicht.

Ja und an dieser Stelle kann ich euch leider nicht mehr erzählen, ihr müsst das einfach unbedingt selber lesen. Ich persönlich mochte die Geschichte von Romper nämlich sehr. Es macht Spaß zu sehen wie er sich entwickelt, wie er sich den Herausforderungen stellt, an ihnen wächst. Er ist schon von Anfang an kein schwächlicher Charakter, aber er braucht dennoch etwas Zeit um in seine neue Rolle hineinzufinden. Ich mochte den Jungen „Wolf“ auf Anhieb. Diesen Uvoren konnte ich keine Sekunde lang leiden. Wenn ihr das Buch gelesen habt versteht ihr das sicher.

Die anderen Charaktere haben mir auch gut gefallen, Pryce und Gray waren dabei meine Favoriten. Keturah, ist auch in Ordnung, ich wurde nur nicht so sehr „warm“ mit ihr. Vielleicht ändert sich das ja noch in einem weiteren Band. Man weis ja nie. Auch die anderen Figuren spielen ihre Rolle gut und vor allem den Antagonisten habe ich von der ersten bis zur letzen Minute gehasst. Der war sehr überzeugend dargestellt, auch wenn ich seine Motive sogar ein Stück weit nachvollziehen kann.

Die Handlung war spannend und verspricht noch einiges, da zum Ende des Buches hin wieder neue Feinde am Horizont aufgetaucht sind. Da bin auch noch gespannt wie es mit Bellamus weitergeht und wie er sich weiter verhalten/entwickeln wird. Da ist noch einiges zu erwarten, befürchte ich. Aber dank der lockeren und leicht leserlichen Erzählweise des Autors mache ich mir da keine Sorgen. Ich bin jetzt schon total gespannt wie es weitergehen wird. Wird es wieder eine Schlacht geben? Intrigen? Wie auch immer, es wird sicher spannend.

Fazit

Für mich ist Wolfsthron bereits jetzt ein Lesehightlight. Es hat alles was ein guter Fantasyroman haben muss; eine klasse Handlung, tolle Charaktere die man lieben und auch hassen kann und eine schöne Erzählsprache die einen ans Buch fesselt. Ich habe die Geschichte um Roper gerne verfolgt und erwarte jetzt mit Sehnsucht die weiteren Abenteuer mit ihm.

Play to Live von Dmitry Rus

Die nahe Zukunft: In Russland entschließen sich immer mehr Menschen, der Wirklichkeit den Rücken zu kehren. Sie klinken sich in Virtual-Reality-Games ein, in denen sie von nun an ein digitales ewiges Leben haben. Max ist so ein Perma-Player, und zunächst ist es das Paradies. Doch schon bald dämmert den Playern, dass die Regierungen der alten Wirklichkeit ihre Augen auf die Ressourcen und Möglichkeiten der Game-Welten geworfen haben und dafür über Leichen gehen. Max und seine Mitstreiter müssen als Clan zusammenhalten – oder sterben.
Endlich konnte ich den zweiten Teil lesen. Der erste war ja schon richtig Top. Ich hab ihn in einem Zug durchgelesen. Diesen hier ereilte das gleiche Schicksal.
Es geht spannend weiter. Max hat sich inzwischen gut in seiner virtuellen Welt eingelebt und viele Freunde gefunden. Leider aber nicht nur solche, denn inzwischen hat er durch einige seiner Taten und Entscheidungen auch Feinde. Diese hatten Max gefangen genommen und nur durch besondere Hilfe entkam er ihnen. Jetzt will Max Rache üben. Der Clan der Katzen sol dafür bezahlen. So startet der zweite Band und Max`Abenteuer geht weiter.

Ich war sofort wieder in der tollen Geschichte drin und von Max und seiner Geschichte fasziniert. Natürlich kommen auch hier wieder viele Ausdrücke aus der Gamerwelt zum Einsatz, aber gerade das gefällt mir als Spielerin natürlich ungemein und ich wusste natürlich immer was gemeint war. Für Leute die nicht aus der Gamerszene stammen gibt es aber hinten im Buch ein MMORPG – Glossar in dem die Begriffe erklärt werden. Diese sind natürlich wichtig, um ganz genau zu wissen was die einzelnen Dinge für Max und Co für Auswirkungen haben.

Im ersten Band mochte ich Max ja schon gerne. Da war er mir noch ein wenig zu nervig, weil da seine Freundin nur als seine persönliche Bespaßerin dargestellt wurde. Hier ist es zum Glück besser. Das Ganze rückt ein wenig mehr in den Hintergrund. Toll fand ich zum Bespiel wie sich Max um seinen Clan kümmert. Er übernimmt Verantwortung und sorgt sich nebenbei auch um seine Mutter, die in Gefahr schwebt.
Die Handlung ist dieses Mal ein wenig ernster gestrickt. Max muss mit den Auswirkungen seines Erfolges, Neid und Missgunst und getroffenen Entscheidungen kämpfen die direkten Einfluss auf seine Spiele- sowie auch die reale Welt haben. Dazu kommt, das die Verantwortlichen von AfterWorld die Kontrolle über ihr System zu verlieren scheinen. Es wird spannend. Und dank des leserlichen Schreibstils des Autors konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Auch der zweite Band konnte mich wieder vollkommen überzeugen und in seinen Bann ziehen. Es wird spannend das sich nun um Max herum alles zuspitzt, Entscheidungen müssen getroffen werden um geliebte Menschen im realen und virtuellen Leben zu schützen und viel mehr. Eingebettet in einer interessanten Welt und garniert mit tollen Charakteren, macht das Buch Spaß zu lesen.

Arlo Finch (1). Im Tal des Feuers


„Wenn ich dich sehen kann, können sie dich auch sehen … Sei vorsichtig, Arlo Finch!“
Irgendwas stimmt nicht in Pine Mountain. Das merkt Arlo Finch sofort, als er mit seiner Familie in das abgeschiedene Bergdorf zieht. Was hat es mit den merkwürdigen Tieren auf sich, die ihm immer wieder am Waldrand auflauern, und was mit dem Mädchen, das niemand außer ihm sieht? Zum Glück findet Arlo in Indra, Henry Wu und den ortsansässigen Rangern schnell Freunde, die sich bestens auskennen mit den Geheimnissen der Langen Wälder, mit Schutzzaubern und den Gefahren der Wildnis. Doch auch sie hätten nie geahnt, in welch unglaubliches Abenteuer sie geraten, als sie die Wälder gemeinsam mit Arlo betreten.
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite und das kann ich sagen obwohl ich vom alter her eigentlich schon einiges über der empfohlenen Lesealtersgruppe liege. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Die Leseprobe sowie auch das wirklich schöne Cover passen einfach perfekt zusammen. Gelohnt hat sich das Buch in jedem Fall. Warum erzähle ich sofort.

Arlo Finch wirkt auf den ersten Blick wohl wegen seiner ungewöhnlichen Optik, etwas seltsam. Auch ist er jemand der besonders große Vorsicht bei allem was er tut walten lässt. Das machte ihn für mich schon mal sehr sympatisch, weil er kein Held ist, dem alles in den Schoss fällt. Er ist einfach anders, und das macht ihn wiederum zu was Besonderem. Wie man zwischen den Zeilen erfährt, ist er jemand der nicht besonders viele Freunde hat. Zum Glück scheint sich das aber langsam zu ändern. Er blüht regelrecht auf und ist mit Leib und Seele Ranger.

Das ist auch gleich der zweite Punkt der mir sehr gefallen hat. Diese Leidenschaft ein Ranger oder wie man hier sagt Pfadfinder, zu sein, zieht sich durch das ganze Buch und hat mir sehr gefallen. Ich selbst hatte damals so ein Survival- Büchlein, das weckt einfach schöne Erinnerungen. Dazu kommt, das Arlo trotz seines jungen Alters schon ein recht verantwortungsbewusster Junge ist. Er will seine Familie beschützen und dafür tut er auch alles.

Spannend ist es natürlich auch sehr. Ich mag die Geschichte die mit rätselhaften und gefährlichen fantastischen Wesen aufwartet die Arlo durchaus in Gefahr bringen. Dazu kommt auch einfach der tolle Erzählstil des Autors, der Arlo und seine Freunde in einige herausfordernde Situationen steckt, die sie meistern müssen. Der Mix zwischen oft mal lustigen Dingen und Spannung ist echt gelungen.

Zu den Figuren ; ich mochte Arlo gleich auf Anhieb. Auch seine Freunde konnte ich mir sehr gut vorstellen. Sie passten wirklich super zu ihm. Ebenso mochte ich auch seine Mama und seine Schwester. Auch Onkel Wade, der Arlo auch immer zur Seite stand. Alles in allem hat der Autor hier einfach eine wirklich tolle Kombination von Charakteren und Handlung geschaffen.

Arlo Finch geht bald weiter und ich muss sagen, ja ich will wissen wie es weitergeht. Diese Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie war spannend und ich mochte die Figuren die mitgespielt haben. Die Handlung war spannend und hat mich gut unterhalten. Für junge Fantasy Fans die auch gerne Ranger/Pfadfinder mögen ist das ein echter LeseSpaß.

Diener der alten Macht-Das Erbe der Weitseher 1 von Robin Hobb

Fünfzehn Jahre sind seit dem schrecklichen Krieg der sechs Provinzen mit den Roten Korsaren vergangen, seitdem herrscht ein unsicherer Friede. Da verschwindet Prinz Pflichtgetreu kurz vor seiner Hochzeit mit einer Prinzessin der Roten Korsaren. Will er der Vermählung ausweichen, wie einige behaupten? Oder ist ihm etwas zugestoßen? Es gibt nur einen, der sich auf die gefahrvolle Suche nach ihm machen kann: Fitz der Bastard mit seinem Wolf Nachtauge. Doch der hat sich geschworen, nie wieder in die Intrigen des Königshofs verstrickt zu werden.
Endlich, das war das erste was mir bei dem Buch in den Sinn gekommen ist. Ich hatte zuvor die Chronik der Weitseher gelesen und war von der ersten bis zur letzten Seite verzaubert. Habe die Geschichte um Fitz, den Bastard geliebt. Und nun gibt es endlich die Fortsetzung und was soll ich sagen? Ich bin wieder verliebt.

Die Geschichte fängt beinahe dort an wo die andere geendet hat. Aber einiges hat sich verändert. Fitz zum Beispiel, er ist still und eher in sich gekehrt. Hat sich abgeschottet und lebt eher zurückgezogen mit seinem Begleiter Nachtauge und Harm, in einer Art Versteck. Ich fühlte mich gleich wieder mit Fitz, meinem Lieblingscharakter seit der ersten Stunde, verbunden. Er wirkt traurig und niedergeschlagen und zunächst sieht alles danach aus das es dieses mal ein eher düsteres Buch wird, aber dem ist nicht so denn schon ziemlich schnell beginnt sich das leben von Fitz wieder zu ändern. Und damit sind wir als Leser auch wieder mitten drin in einem Stück Fantasy, das einfach wunderschön ist.

Zunächst ist da wie immer die Handlung die Fitz wieder alles abverlangt, er muss sich Teilen aus seiner Vergangenheit stellen und wieder einmal über sich hinauswachsen. Dabei begleiten ihn nicht nur die schon bekannten Charaktere wie zum Beispiel der Naar oder auch die Königin Kettricken durch die Seiten, es kommen auch einige neue hinzu. Was mir persönlich jedoch super gefallen hat war das man dieses mal noch mehr vom Naar erfährt.

In gewohnter Manier verzaubert Robin Hobb den Leser mit einer wunderschön bildhaften und leicht leserlichen . So baut sich das wunderbare Setting um Fitz vor dem inneren Auge des Lesers auf und entführt ihn in eine wunderschöne Welt in der es wie im echten Leben auch weniger schöne Dinge gibt. Aber mit Fitz hat der Leser einen Helden, der er liebhaben kann und ihm gerne folgt.

Ich habe ja schon zu Anfang gesagt das ich die Chronik um Fitz Weitseher schon geliebt habe. Das tue ich auch jetzt mit dieser Buchreihe. Robin Hobby ist eine wunderbare Autorin die mit den Chroniken und „Dem Erbe der Weitseher“ – Reihe ein Stück Fantasy geschaffen hat das ich persönlich zu einer meiner Lieblingsbuchreihen zähle. Die Charaktere sind herrlich tief gezeichnet und die Handlung gespickt mit tollen Wendungen und Überraschungen. Für mich persönlich ein absolutes Fantasy Must have.

Das Spiel der Götter 16 – Die Flucht der Kinder von Steven Erikson

Rutt und Badalle sind auf der Flucht vor den Inquisitoren, und mit ihnen noch Tausende weiterer Kinder. Irgendwie sind Rutt und Badalle die Anführer der Flüchtlinge geworden, und sie geben ihr Bestes. Dennoch müssen sie jeden Tag mit ansehen, wie einige ihrer Freunde und Schützlinge sterben. Da erreichen sie endlich die Glaswüste, das Ziel ihrer Hoffnung – oder ihres endgültigen Untergangs.
Endlich ist er da und das Warten hat ein Ende. Ich war schon mega neugierig wie es weitergeht.
Wie schon in den Bänden zuvor sind auch hier wieder eine große Menge an Figuren vertreten. Es gibt neue und natürlich auch wieder alt bekannte die man in den ganzen Bände zuvor kennen und auch lieben gelernt hat. Was ich persönlich schon immer mit einem schmunzeln bedenke sind die namen der Figuren. Sergant Morgenrot, Fiedler, Trottel und Co sind nur ein kleiner Auszug aus dem riesigen Figurenarsenal das Herr Erikson erschaffen hat.

Zur Handlung selber will ich jetzt gar nicht groß was verraten. Es gibt die üblichen Wirrungen, vermischte Handlungsstränge und die eine oder andere Überraschung. Mich wundert es immer wieder wie der Autor bei so vielen verschiedenen Strängen die Übersicht behalten kann. Was mir hier in diesem Band wieder sehr aufgefallen ist, ist der Humor der in manchen Dialogen und Szenen mit von der Partie ist. So hat mich zum Beispiel das kleine Gespräch zwischen Urb und Hellian zum Schmunzeln gebracht. Und die Geschichte um Rutt und Badalle ist wirklich lesenswert.

Der Schreibstil ist wie man es von Steven Erikson kennt, sehr ausführlich und bildhaft. Da macht er auch nicht vor leicht brutalen Ausführungen halt. Für Neulinge, ist der Stil vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber man kommt da wirklich schnell rein, finde ich.

Natürlich sollten Leser, die „Das Spiel der Götter“ noch nicht kennen auch mit Band 1 der Reihe starten. Sonst kommt man da nicht mehr mit. Hilfreich ist aber, wie bei jedem Band am Ende das Dramatis Personae, das eine Übersicht über die wichtigsten Figuren des Bandes bietet. Ich mochte den Band auch wenn er mir insgesamt nicht so Aktionsreich wie die anderen Bände vorkommt, ist er dennoch trotzdem sehr leserlich. Mir persönlich gefallen die kleinen Geschichten um die einzelnen Figuren wirklich sehr, sie verdichten das ganze Werk wunderbar zu einer komplexen Einheit. Für Fantasyfans ein wirklicher Lesespaß.

Im Turm von Josiah Bancroft

Der Turm von Babel ist das gewaltigste Bauwerk des Seidenen Zeitalters: er ragt so hoch in die Wolken hinein, dass niemand weiß, wo er endet; in seinem Inneren gibt es ganze Königreiche und unzählige Labyrinthe voller geheimnisvoller Kreaturen und tödlicher Gefahren. Eigentlich wollte der furchtsame Thomas Senlin nur einen kurzen Blick auf dieses Weltwunder werfen und dann weiterreisen. »Falls wir uns in der Menschenmenge verlieren, treffen wir uns auf der Spitze des Turmes wieder«, sagt seine frisch angetraute Frau Marya noch kokett zu ihm, kurz darauf ist sie tatsächlich spurlos verschwunden. Senlin bleibt keine Wahl: Er muss rein in den Turm und rauf auf die Spitze, wenn er seine Frau wiederfinden will. Das Abenteuer beginnt.
Mhh ja da war ich ein wenig Zwiegespalten und wollte das Buch eigentlich schon aufgeben und zur Seite legen. Aber…zum Glück hab ich das nicht getan.
Ich gebe es zu, ich tat mich sehr schwer mit dem Anfang. Er wirkte auf mich so langatmig, der Protagonist war für mich ein, sorry Leute, Waschlappen und ich war ein wenig gelangweilt wegen der langatmigen Beschreibungen. Ich hab wirklich mit mir gekämpft und wollte zum ersten mal ein Buch abbrechen. Aber was für ein Glück das ich das nicht getan habe, denn nachdem Thomas von seiner Frau getrennt worden war. Blühte er langsam auf, wurde interessant und auch die Handlung konnte mich endlich an das Buch fesseln.
Diese ist auf den ersten Seiten mehr oder weniger sanft dahingeplätschert, wurde dann aber bereits vor dem Turm schon interessant. Ich kann es euch nicht verraten aber das war dann auch der Punkt, an dem ich neugierig wurde. Danach ging es in den Turm und ab da war ich als Leserin fasziniert.


Diese Welt die in diesem Turm vorherrscht mit all ihren Regeln, komischen Figuren und diesem schrecklichem Theaterspiel hat mich so richtig wach gehalten. Plötzlich konnte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Auch mein Leserverhältniss zu Thomas „Tom“ wurde von Seite zu Seite besser. War er zu Beginn eher verklemmt so wurde er immer offener, mutiger und hat sich zu einem richtigen Mann gemausert. Die Rückblenden die Tom`s Leben ein wenig näher beleuchteten haben das wirklich gut beleuchtet. Auch wenn mich bei diesem Buch irgendwie das Setting einen Hauch mehr als die Protagonisten bezaubert hat. Die Idee hinter der Sache, das es in diesem Turm die verschiedensten Abschnitte gibt an denen die verwunderlichsten und auch teilweise grausame Dinge geschehen, hat mir gefallen.

Also man sollte dem Buch wirklich eine Chance geben, es ist nicht so einfach gleich in die Geschichte reinzutauchen. Aber es wird wirklich besser. Für mich persönlich war die Hauptfigur am Anfang echt unerträglich lahm, das hat sich aber geändert und letztendlich hat gerade diese Unbeholfenheit des Charakters dem Ganzen einen leichten Kick gegeben. Es wird durchaus spannend, es treten interessante Nebencharaktere auf und die Ideen zB. das Bierkarusell, sind schon wirklich klasse. Ich bin echt gespannt wie sich der nächste Band der Reihe machen wird. Der erste hat mir mit ein paar kleinen Einschränkungen nämlich gut gefallen.

Empire of Storms – Schwur der Kriegerin von Jon Skovron

Das Imperium der Stürme ist in Aufruhr, der Imperator ist schwach und die Biomanten – mächtige Zauberer, die Menschen mit einem Wimpernschlag töten – haben mehr und mehr an Einfluss gewonnen. Der ehemalige Straßendieb Red, inzwischen Spion der kaiserlichen Familie, soll dafür sorgen, dass die Biomanten gestürzt werden. Damit die Mission gelingt, braucht er die Hilfe seiner ersten großen Liebe, der Vinchen-Kriegerin Hope. Doch Hope hat ihr Schwert niedergelegt und geschworen, nie wieder eine Klinge zu führen. Und der Schwur eines Vinchen ist härter als Stahl und währt ewiger als ein Kaiserreich.
Leider schon der letzte Teil der Reihe. Ich werde Red, Hope und Co sehr vermissen. Wirklich.
Ich weiß gerade gar nicht wo ich anfangen soll, das Buch hat mich mal wieder total in seinen Bann gezogen. Es beginnt ein wenig düster, den es geht ein unheimlicher Schattendämon um. Und Hope ist auf der Spur ihrer Vergangenheit. Alles wirkt ein wenig düster und man könnte denken das es in diesem Buch der Reihe dieses mal ein wenig ruhiger und weniger humorvoll zu geht. Aber weit gefehlt. Die locker-saloppe Umgangssprache der Figuren im Buch ist einfach immer wieder ein Highlight. Ich musste echt lachen als einer meinte „mein Kerl“ hat das gehen.  Schon mal diese witzige Sprache hat seinen besonderen Reiz und ich wollte gar nicht mehr zu lesen aufhören. 

Spannend wird die Handlung vorangetrieben und noch offene Fragen werden auch beantwortet. Dabei hat der Leser noch das Vergnügen die geliebten Protagonisten und Nebenfiguren noch einmal in Action zu erleben. Ich mag Red zum Beispiel sehr gerne. Er ist kein Charakter wie ich ihn vorher gekannt habe. Er ist ungewöhnlich, das liegt auch an seinem besonderen Aussehen. Trotzdem ist er mir durchweg sympatisch und ich mag seinen Humor. Und dieser Humor ist auch das was meiner Meinung nach das Buch zu etwas besonderem macht. Auch wenn es noch so schlimm wird, und das wird es oft mal, behält der Autor seinen schmunzelnden und charmanten Erzählton bei.

Auch die vielen Nebencharaktere machen das Buch für mich zu einem Lesegenuss. Ich mochte neben den Hauptcharaktere auch Jilly und Briga Lin. Beide gehören für mich zu den lieb gewonnenen Figuren von denen ich mich nur ungern verabschiede. Alle Figuren sind in der Geschichte gereift und gewachsen, das machte wirklich Spaß mitzubekommen.
Ich will nicht spoilern, aber auch das Ende fand ich passend.

Ein toller Abschlussband der noch einmal alles aufgefahren hat was so ging; Spannung und Action, eine Menge Humor, der witzige Sprachstil und tolle Charaktere die ich jetzt schon vermisse.