Diener der alten Macht-Das Erbe der Weitseher 1 von Robin Hobb

Fünfzehn Jahre sind seit dem schrecklichen Krieg der sechs Provinzen mit den Roten Korsaren vergangen, seitdem herrscht ein unsicherer Friede. Da verschwindet Prinz Pflichtgetreu kurz vor seiner Hochzeit mit einer Prinzessin der Roten Korsaren. Will er der Vermählung ausweichen, wie einige behaupten? Oder ist ihm etwas zugestoßen? Es gibt nur einen, der sich auf die gefahrvolle Suche nach ihm machen kann: Fitz der Bastard mit seinem Wolf Nachtauge. Doch der hat sich geschworen, nie wieder in die Intrigen des Königshofs verstrickt zu werden.
Endlich, das war das erste was mir bei dem Buch in den Sinn gekommen ist. Ich hatte zuvor die Chronik der Weitseher gelesen und war von der ersten bis zur letzten Seite verzaubert. Habe die Geschichte um Fitz, den Bastard geliebt. Und nun gibt es endlich die Fortsetzung und was soll ich sagen? Ich bin wieder verliebt.

Die Geschichte fängt beinahe dort an wo die andere geendet hat. Aber einiges hat sich verändert. Fitz zum Beispiel, er ist still und eher in sich gekehrt. Hat sich abgeschottet und lebt eher zurückgezogen mit seinem Begleiter Nachtauge und Harm, in einer Art Versteck. Ich fühlte mich gleich wieder mit Fitz, meinem Lieblingscharakter seit der ersten Stunde, verbunden. Er wirkt traurig und niedergeschlagen und zunächst sieht alles danach aus das es dieses mal ein eher düsteres Buch wird, aber dem ist nicht so denn schon ziemlich schnell beginnt sich das leben von Fitz wieder zu ändern. Und damit sind wir als Leser auch wieder mitten drin in einem Stück Fantasy, das einfach wunderschön ist.

Zunächst ist da wie immer die Handlung die Fitz wieder alles abverlangt, er muss sich Teilen aus seiner Vergangenheit stellen und wieder einmal über sich hinauswachsen. Dabei begleiten ihn nicht nur die schon bekannten Charaktere wie zum Beispiel der Naar oder auch die Königin Kettricken durch die Seiten, es kommen auch einige neue hinzu. Was mir persönlich jedoch super gefallen hat war das man dieses mal noch mehr vom Naar erfährt.

In gewohnter Manier verzaubert Robin Hobb den Leser mit einer wunderschön bildhaften und leicht leserlichen . So baut sich das wunderbare Setting um Fitz vor dem inneren Auge des Lesers auf und entführt ihn in eine wunderschöne Welt in der es wie im echten Leben auch weniger schöne Dinge gibt. Aber mit Fitz hat der Leser einen Helden, der er liebhaben kann und ihm gerne folgt.

Ich habe ja schon zu Anfang gesagt das ich die Chronik um Fitz Weitseher schon geliebt habe. Das tue ich auch jetzt mit dieser Buchreihe. Robin Hobby ist eine wunderbare Autorin die mit den Chroniken und „Dem Erbe der Weitseher“ – Reihe ein Stück Fantasy geschaffen hat das ich persönlich zu einer meiner Lieblingsbuchreihen zähle. Die Charaktere sind herrlich tief gezeichnet und die Handlung gespickt mit tollen Wendungen und Überraschungen. Für mich persönlich ein absolutes Fantasy Must have.

Das Spiel der Götter 16 – Die Flucht der Kinder von Steven Erikson

Rutt und Badalle sind auf der Flucht vor den Inquisitoren, und mit ihnen noch Tausende weiterer Kinder. Irgendwie sind Rutt und Badalle die Anführer der Flüchtlinge geworden, und sie geben ihr Bestes. Dennoch müssen sie jeden Tag mit ansehen, wie einige ihrer Freunde und Schützlinge sterben. Da erreichen sie endlich die Glaswüste, das Ziel ihrer Hoffnung – oder ihres endgültigen Untergangs.
Endlich ist er da und das Warten hat ein Ende. Ich war schon mega neugierig wie es weitergeht.
Wie schon in den Bänden zuvor sind auch hier wieder eine große Menge an Figuren vertreten. Es gibt neue und natürlich auch wieder alt bekannte die man in den ganzen Bände zuvor kennen und auch lieben gelernt hat. Was ich persönlich schon immer mit einem schmunzeln bedenke sind die namen der Figuren. Sergant Morgenrot, Fiedler, Trottel und Co sind nur ein kleiner Auszug aus dem riesigen Figurenarsenal das Herr Erikson erschaffen hat.

Zur Handlung selber will ich jetzt gar nicht groß was verraten. Es gibt die üblichen Wirrungen, vermischte Handlungsstränge und die eine oder andere Überraschung. Mich wundert es immer wieder wie der Autor bei so vielen verschiedenen Strängen die Übersicht behalten kann. Was mir hier in diesem Band wieder sehr aufgefallen ist, ist der Humor der in manchen Dialogen und Szenen mit von der Partie ist. So hat mich zum Beispiel das kleine Gespräch zwischen Urb und Hellian zum Schmunzeln gebracht. Und die Geschichte um Rutt und Badalle ist wirklich lesenswert.

Der Schreibstil ist wie man es von Steven Erikson kennt, sehr ausführlich und bildhaft. Da macht er auch nicht vor leicht brutalen Ausführungen halt. Für Neulinge, ist der Stil vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber man kommt da wirklich schnell rein, finde ich.

Natürlich sollten Leser, die „Das Spiel der Götter“ noch nicht kennen auch mit Band 1 der Reihe starten. Sonst kommt man da nicht mehr mit. Hilfreich ist aber, wie bei jedem Band am Ende das Dramatis Personae, das eine Übersicht über die wichtigsten Figuren des Bandes bietet. Ich mochte den Band auch wenn er mir insgesamt nicht so Aktionsreich wie die anderen Bände vorkommt, ist er dennoch trotzdem sehr leserlich. Mir persönlich gefallen die kleinen Geschichten um die einzelnen Figuren wirklich sehr, sie verdichten das ganze Werk wunderbar zu einer komplexen Einheit. Für Fantasyfans ein wirklicher Lesespaß.